Energie und Umwelt
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Videobotschaft M. Furchi
A. Pospischil
Preisverleihung (A. Pospischil/
TU, H. Hochegger/Lions)
Fotos (c) Matthias Hensler
im Auftrag TU Wien
 

Lions Förderpreis 2015

2015 wurde der Lions Förderpreis erstmals vergeben (Ausschreibung). Die 10 Einreichungen aus 4 Fakultäten wurden durch eine Jury mit Vertretern des Lions Clubs (DI Michael Walter, Geschäftsführer Velux Österreich; Ing. Wolfgang Keiner, ehem. Geschäftsführer Festo Österreich; Dr. Herbert Hochegger, em. Rechtsanwalt Unternehmensrecht) sowie der TU Wien (Prof. Paul Hans Brunner, Institut für Wassergüte, Ressourcenmanagement und Abfallwirtschaft; Prof. Azra Korjenic, Institut für Hochbau und Technologie; Dr. Gudrun Weinwurm, Forschungszentrum Energie und Umwelt) begutachtet und anhand allgemeiner und wissenschaftlicher Kriterien (u.a. Darstellung der Verwendung der Fördermittel, Beschreibung der wissenschaftlichen Methodik, Innovationsgrad der Arbeit, sowie deren Potential) bewertet.

Preisträger Marco Mercurio Furchi'

Herr Furchi' ist aus diesem Prozess erfolgreich hervorgegangen und wurde für seine Arbeit an einer neuartigen Solarzellenstruktur ausgezeichnet.

Furchi' ist Doktorand in der Gruppe von Prof. Thomas Müller am Institut für Photonik an der TU Wien und forscht an zweidimensionalen Materialien. Das prominenteste unter ihnen ist Graphen. Dies ist eine - nur ein Atom dicke - Schicht aus Kohlenstoffteilchen, welche in einem kristallinen, hexagonalen Gitter angeordnet sind. Zweidimensionale Materialien weisen neuartige und innovative Eigenschaften auf und sind besonders für die Anwendung in der Optoelektronik geeignet. In seiner Dissertation beschäftigt sich Furchi' unter anderem mit der Verwendung solcher Materialien als Grundbausteine für Solarzellen. Das geringe Gewicht, die geringen Herstellungskosten, die hohe Flexibilität, die geringe Absorption einer einzelnen Schicht, sowie die gute Umweltbeständigkeit sind dabei die wohl wichtigsten Materialparameter, die für eine neue Generation von Solarzellen wegweisend sind.

Furchi' wird das Preisgeld in Höhe von 4.000€ für seinen 6-monatigen Forschungsaufenthalt am Massachusetts Institute of Technology (MIT) verwenden. „Der Lions-Förderpreis gibt mir die Möglichkeit, mich in Boston voll und ganz auf die Forschung zu konzentrieren. Die Ergebnisse der geplanten Experimente, welche ich am MIT durchführen werde, könnten zu einem tieferen Verständnis der optischen und elektrischen Eigenschaften zweidimensionaler Heterostrukturen führen“, so Furchi'.

Ein Kurzinterview mit M. Furchi' finden Sie am Youtube-Kanal der TU Wien.

Vienna young Scientist Symposium

Im Rahmen des Vienna young Scientist Symposiums am Fr, 26. Juni wurde die Forschungsarbeit präsentiert und im Anschluß beim Gala-Dinner der Lions Förderpreis verliehen. Da Herr Furchi' zu dieser Zeit bereits am MIT war, hat ihn sein Kollege Andreas Pospischil, ebenfalls Dissertant am Institut für Photonik, vertreten.

Vortrag A. Pospischil "Solar energy conversion in van der Waals heterostructures" 

Furchi's Forschungsaufenthalt am MIT (USA)

Marco Furchi’ war von Ende Juni 2015 bis Ende Dezember 2015 am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge, wo er am Department of Physics in der Gruppe von Professor Pabolo Jarillo-Herrero geforscht hat. Er untersuchte die optischen Eigenschaften von atomar dünnen Übergangsmetall-dichalcogenid Schichten. Motiviert durch seine in der international anerkannten Journal "Nano Letters" publizierten Arbeit (Furchi et al. 2014), die sich mit aus den genannten Materialien hergestellten, neuartigen Solarzellen beschäftigte, versuchte er bisher ungeklärte Eigenschaften zu erforschen. Das Ziel war eine Effizienzsteigerung durch ein besseres Verständnis der grundlegenden Eigenschaften dieser Materialien. Da aufgrund erster Messergebnisse schnell klar wurde, dass der zeitliche Aufwand für die geplanten Experimente weit größer als ein halbes Jahr sein würde, entschied er sich den Fokus zu wechseln. “Pablo erzählte mir von einem neuen Projekt in seiner Gruppe. Es ging um die Integration optischer Kommunikation in einen Siliziumchip. Die Idee begeisterte mich sofort. Dadurch sind höhere Datenraten bei gleichzeitiger Reduktion der Verlustleistung erzielbar”, berichtet Furchi’. Die in Kollaboration mit der Gruppe von Professor Dirk Englund (Research Laboratory of Electronics, MIT) erzielten Resultate werden derzeit für eine Publikation aufbereitet.

Nicht nur die wissenschaftliche Arbeit, sondern auch der Alltag am MIT war laut Furchi’ äußerst lehrreich. Die starke Bindung der Student*innen und Absolvent*innen an die Alma Mater, das bessere Betreuungsverhältnis und die hohen Studiengebühren gehören laut Furchi’ zu den auffälligsten Unterschieden zwischen dem MIT und der TU Wien. "Aufgrund der enormen finanziellen Ressourcen sind Kollaborationen zwischen verschiedenen Forschungsgruppen weitaus unkomplizierter. Die Benützung fremder Labors, ja selbst das entleihen von extrem teuren Geräten, deren Wert schnell einmal fünfstellige Dollarbeträge übersteigen kann, gehören am MIT zum Forschungsalltag” erzählte Furchi’ nach seiner Rückkehr. Seinen Aufenthalt in Cambridge betrachtet Furchi' als sehr wertvoll und produktiv. Er könne daher nur empfehlen, bestehenden Austauschmöglichkeiten im Rahmen des Studiums zu nutzen, so Furchi’.

Furchis Bericht über den Aufenthalt


Zitat & Link für das Paper:
Furchi, M. M., Pospischil, A., Libisch, F., Burgdörfer, J., & Mueller, T. (2014). Photovoltaic Effect in an Electrically Tunable van der Waals Heterojunction. Nano Letters, 14 (8), 4785–4791. http://pubs.acs.org/doi/abs/10.1021/nl501962c