Energie und Umwelt
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G. Pfusterschmied
M. Killian
Preisverleihung Lions Förderpreis
(G. Pfusterschmied / TU, H. Hochegger/Lions)
Preisverleihung Lions Sonderpreis
(M. Killian / TU, H. Hochegger/Lions)
Teamfoto - Jury und Preisträger
Teamfoto - Preisverleihung

Fotos:©Matthias Hensler/TU Wien

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Lions Förderpreis 2016

2016 wurde der Lions Förderpreis zum zweiten Mal vergeben (Ausschreibung). Die 12 Einreichungen aus 6 Fakultäten der TU Wien wurden durch eine Jury mit Vertretern des Lions Clubs (Ing. Wolfgang Keiner, ehem. Geschäftsführer Festo Österreich; Dr. Herbert Hochegger, em. Rechtsanwalt Unternehmensrecht; DI Michael Walter, Geschäftsführer Velux Österreich) sowie der TU Wien (Prof. Hermann Hofbauer, Institut für Verfahrenstechnik, Umwelttechnik und Technische Biowissenschaften; Prof. Azra Korjenic, Institut für Hochbau und Technologie; Dr. Gudrun Weinwurm, Forschungszentrum Energie und Umwelt) begutachtet und anhand allgemeiner und wissenschaftlicher Kriterien (u.a. Darstellung der Verwendung der Fördermittel, Beschreibung der wissenschaftlichen Methodik, Innovationsgrad der Arbeit, sowie deren Potential) bewertet.

Preisträger Georg Pfusterschmied

Georg Pfusterschmied ist aus diesem Prozess erfolgreich hervorgegangen und wurde für seine Arbeit an mikroelektromechanischen Systemen ausgezeichnet.

Georg Pfusterschmied ist Doktorand in der Arbeitsgruppe Mikrosytemtechnik(MST) unter der Leitung von Prof. Schmid am Institut für Sensor- und Aktuatorsysteme(ISAS) und forscht an mikroelektromechanischen Systemen, kurz. MEMS. Mit Hilfe der Silizium-Halbleiter-Technologie werden dabei 2- bzw. 3-dimensionale mechanische Strukturen mit elektrischen Komponenten kombiniert und ermöglicht dadurch die Realisierung von sensorischen und aktorischen Bauelementen samt Steuerungselektronik auf einem einzelnen Mikrochip.

In seiner Dissertation beschäftigt sich Georg Pfusterschmied mit der Entwicklung von Öl-Sensoren, in Form von piezoelektrischen Resonatoren, welche es ermöglichen physikalische Eigenschaften wie Viskosität und Dichte zu bestimmen. Dabei wird das Schwingungsverhalten der Resonatoren von der umgebenen Flüssigkeit gedämpft und gibt Aufschluss auf die viskosen Eigenschaften des untersuchten Mediums. Der hohe Grad der Miniaturisierung, die geringen Herstellungskosten und die hohe Flexibilität in der Anwendung sind vielversprechende Argumente für diese MEMS Bauelemente, um eine permanente Überwachung von Schmierölen in Verbrennungsmotoren und damit eine effizienter Nutzung dieser stofflichen Ressource zu ermöglichen.

Georg Pfusterschmied möchte das Preisgeld in Höhe von 4.000 € für einen Forschungsaufenthalt bei University of Melbourne verwenden. Prof. John Sader von der University of Melbourne zählt weltweit zu den führenden Wissenschaftlern auf dem Gebiet der Modellierung von resonanten Mikrostrukturen. Ende letzten Jahres 2015 besuchte er Prof. Schmid am Institut für Sensor- und Aktuatorsysteme und es wurde gemeinsam an einem neuartigen Ansatz zur modenspezifischen Modellierung von MEMS Resonatoren in Flüssigkeiten gearbeitet. Zum Abschluss dieser Arbeiten ist ein Forschungsaufenthalt in Melbourne für das gemeinsame Projekt von außerordentlicher Bedeutung für die TU Wien.

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Pfusterschmied’s Forschungsaufenthalt an der University of Melbourne (AUS)

Georg Pfusterschmied war von Oktober 2016 bis Dezember 2016 an der „School of Mathematics and Statics“ in Melbourne, wo er gemeinsam mit Prof. John Sader und seiner Arbeitsgruppe das Verhalten von Mikroresonatoren in Flüssigkeiten erforschte. In dem zweimonatigen Aufenthalt wurde ein mathematisches Modell erarbeitet mit dessen Hilfe die Resonanzfrequenz und das Dämpfungsverhalten von zukünftigen Resonatoren-Entwicklungen abgeschätzt werden kann.
Der äußerst positiv verlaufene Forschungsaufenthalt wird Georg Pfusterschmied vor allem durch die beeindruckende fachliche Kompetenz von Prof. John Sader, der sich seit mehr als 20 Jahren mit der mathematischen Beschreibung von resonanten Strukturen in Flüssigkeiten beschäftigt, in Erinnerung bleiben. Nicht nur die wissenschaftliche Arbeit, sondern auch das Leben auf einem Universitätscampus mit einer Größe von einem halben Quadratkilometer beindruckte und motivierte Pfusterschmied sehr. Er könne daher nur empfehlen, bestehende Austauschmöglichkeiten im Rahmen des Studiums zu nutzen, um sich wissenschaftlich sowie auch persönlich weiter zu bilden.

                         Fotos:©Georg Pfusterschmied/TU Wien

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Sonderpreis für Michaela Killian

Michaela Killian hat nach der Einreichfrist für den Lions Förderpreis ihr Doktoratsstudium abgeschlossen - ihr wurde aufgrund der besonderen Qualifikation ihrer wissenschaftlichen Arbeit und des Innovationsgrades ein Sonderpreis zuerkannt.

Michaela Killian ist seit März 2016 Post-Doktorand in der Gruppe von Prof. Stefan Jakubek am Institut für Mechanik und Mechatronik an der TU Wien in der Abteilung für Regelungstechnik und Prozessautomatisierung. Während Ihrer Dissertation „Cooperative fuzzy model predictive control of a multi-zone office building“ wurde Sie von Prof. Martin Kozek betreut.

Das interdisziplinäre Arbeitsgebiet von Michaela Killian verbindet den anspruchsvollen mathematischen Methodenzugang mit verschiedensten Anwendungsgebieten. Ihr Arbeitsschwerpunkt ist die komplexe Entwicklung von Algorithmen und Methoden für wissenschaftliche und vor allem anwendungsbezogene Fragestellungen. Frau Killians Arbeit hat unmittelbaren Nutzen in der Gebäudeautomatisierung um den Komfort der NutzerInnen zu gewährleisten, während gleichzeitig eine nachhaltige CO2 Reduktion für die Umwelt entsteht. Durch die Entwicklung einer speziellen Reglerstruktur können diese beiden widersprüchlichen Optimierungsziele gelöst werden. Ihr Arbeitsgebiet ist einerseits wissenschaftlich anspruchsvoll und andererseits ist die praktische Verwertbarkeit und direkte Umsetzung im Gebäude von wesentlicher Bedeutung. Die Motivation einer solchen komplexen nichtlinearen Gebäuderegelung besteht darin, dass herkömmliche Regelkonzepte auf Störgrößen wie Sonneneinstrahlung, Außentemperatur oder das NutzerInnenverhalten nur sehr träge reagieren können. Im Gegensatz dazu bietet Ihr modellprädiktives Konzept den Vorteil, dass Vorhersagen von Störgrößen direkt in die Optimierung mit einbezogen werden und daher auf zukünftige Störungen vorab reagiert wird.

Da es sich bei einem Gebäude um ein nichtlineares dynamisches System handelt, wurde der Ansatz eines Fuzzy modellprädiktiven Reglers gewählt. Dieser konnte im Zuge der Dissertation zu einem kooperativen Fuzzy modellprädiktiven Regler (CFMPC) ausgeweitet werden, für welchen die gesamte
Theorie eigenständig weiterentwickelt und publiziert wurde. Die Ergebnisse dieses Konzeptes konnten bewiesen werden und erweitern die bestehenden Theorie der Fuzzy modellprädiktiven Regelung enorm.

Eine neue Publikation, in welcher die noch nicht verwerteten Resultate des Dissertationsprojektes verarbeitet wurden, wurde bereits beim IEEE World Congress on Computational Intelligence in Vancouver, Kanada erfolgreich eingereicht und für eine Fachpräsentation im Juli 2016 ausgewählt (http://www.wcci2016.org/). Michaela Killian verwendet den ihr zuerkannten Sonderpreis, um den Flug nach Vancouver und die Konferenzgebühren zu finanzieren.

Links:
Publikationsliste Michaela Killian: publik.tuwien.ac.at/publist.php
Die Presse – Wissenschaft: http://diepresse.com/home/science/dissertation/5051251/Das-Haus-schaut-in-die-Zukunft

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Killians Konferenzbeitrag in Kanada

Michaela Killian war von 21. Juli 2016 bis 04. August 2016 im Zuge der weltgrößten internationalen Konferenz im Bereich „computational intelligence“ in Kanada, wo sie weiterführende Resultate ihrer bereits abgeschlossenen Dissertation veröffentlichte und präsentierte. Der IEEE WCCI („world congress on computational intelligence“) findet alle zwei Jahre statt und inkludiert die drei folgenden großen IEEE Konferenzen:

• International Joint Conference on Neural Networks (IJCNN 2016)
• IEEE International Conference on Fuzzy Systems (FUZZ-IEEE 2016)
• IEEE Congress on Evolutionary Computation (IEEE CEC 2016)

Die Arbeit von Michaela Killian gehört der FUZZ-IEEE an, auf welcher sie bereits 2014 in Peking, China, einen Beitrag platzieren konnte.  Die Freude war groß, diese thematisch wertvolle Konferenz auch 2016 in Vancouver, Kanada, wieder besuchen zu können und sich mit internationalen Expert_innen auszutauschen. Ein paar Fakten, um sich die Größe dieser Konferenz vor Augen führen zu können: The IEEE WCCI erhielt 3.015 paper submissions mit insgesamt zirka 2.000 Registrierungen aus 70 verschiedenen Ländern, und Vorträge in 4-5 Blöcken pro Tag mit 22 parallel Sessions, in denen je 5-7 Präsentationen stattfanden.

Neben den lehrreichen Eindrücken auf der Konferenz blieb noch Zeit für einen angehängten Urlaub, um sich Vancouver anzusehen und weitere Eindrücke von Kanada und dem „wild life“ wie Schwarzbären und –walen im berühmten Skigebiet Whistler-Blackcomb zu sammeln.

                         Fotos:©Michaela Killian/TU Wien

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Vienna young Scientist Symposium

Im Rahmen des Vienna young Scientist Symposiums am Fr, 10. Juni wurden die Forschungsarbeiten präsentiert und im Anschluß beim Gala-Dinner der Lions Förderpreis und der Sonderpreis verliehen.

Vortrag G. Pfusterschmied "MEMS Resonators for liquid monitoring purposes"

Vortrag M. Killian "Nachhaltige energieeffiziente Regelungskonzepte für komplexe Gebäude"

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